4. Juni 2020

Editorial Lupe 2/2020

„Abgesagt“ hat das Zeug, zum Unwort des Jahres zu werden. Abgesagt wurden und werden nicht nur alle Fussballspiele, Happenings und OpenAir Konzerte. Selbst unse-re vergleichsweise bescheidenen Veranstaltungen mussten wir auf Geheiss des Bundesrats absagen. Keine gemeinsamen Wanderungen, keine Monatsversammlungen, keine Treffen irgendwelcher Art.

2020 wird als ausgefallenes Jahr, im doppelten Wortsinn, in Erinnerung bleiben. Einerseits ist fast alles, was uns über die Jahre liebgeworden, und in stetiger Wiederkehr sich wiederholte, ausgefallen. Anderseits ist das Jahr in seiner Eigentümlichkeit ausgefallen wie kein anderes. Trotz allem möchte ich mich nicht etwa beklagen. Wir haben alles was es zum Leben braucht und sogar immer noch einiges mehr. Die Regierung hat alles in die Gänge gebracht, um unsere Sicherheit zu gewährleisten.  Unsere Nachbarn haben uns beim Einkaufen unterstützt und auch sonst in jeder Hinsicht geholfen. Keine Spur von Mangel. Wir sind in einem Netz von gegenseitiger Hilfsbereitschaft und sozialer Absicherung gut aufgehoben.
Trotzdem hoffe ich, zusammen mit euch, dass jetzt nach und nach wieder ein Übergang ins Heimelige stattfindet. Wenn wir dabei einige ungute Gewohnheiten hinter uns lassen können, erwächst mir und dir, ja der ganzen Gesellschaft allenfalls sogar ein Gewinn aus der ungewöhnlichen Situation, in der wir gesteckt haben. In Zukunft soll immer noch die soziale Zusammengehörigkeit, allenfalls mit dem notwendigen physischen Abstand, zur neuen Normalität werden.

Wir starten mit dem Normalbetrieb voraussichtlich am 3. Juli an der Monatsversammlung im Gruebehüttli.

Berg frei, Paul Bayard

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